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Hallo B.!
Nun, das ist wirklich eine ziemlich umfangreiche Frage,
die sie mir stellen. Ich möchte ihnen zunächst
mal aus eigener Erfahrung den Unterschied zwischen vaginalem
und klitoralem Orgasmus erklären.
Also, einen vaginalen Orgasmus hatte ich in meinem auch
nicht mehr ganz soo jungen Leben erst einige Male, und
zwar durch die Reizung des G-Punkt oder was auch immer
sich dort in der Vagina befindet, durch Sex in der Hündchenstellung.
Diese vaginale Reizung führt bei mir persönlich
zu Gefühlen, die sich weit über die Vulva
hinaus ausdehnen. Ich habe teilweise das Gefühl,
keine Luft mehr zu bekommen, und könnte schreien
dabei.
Aber wie gesagt, einen Orgasmus hatte ich auf diese
Weise erst einige Male, erregt war ich auf diese Weise
schon häufiger. Ist wohl eine Frage der Tagesform.
Normalerweise findet der Orgasmus bei
der Frau klitoral statt, und das, wie sie schon ganz
richtig festgestellt haben, durch indirekte Reizung.
Das kann durch das Reiben der Schamhaare sein oder auch
dadurch, dass sich beim Koitus die inneren Schamlippen
bewegen. Ob und wie schnell eine Frau dabei einen klitoralen
Orgasmus bekommt, hängt wiederum von der Größe
der Klitoris ab. Die Klitoris der Frau ist wie der Penis
des Mannes unterschiedlich groß. Eine kleine Klitoris
z.B., die tief in ihrer "Schutzhaut" steckt,
muss meist direkt mit Finger oder Zunge penetriert werden,
damit die Frau zum Orgasmus kommt.
Es gibt auch Stimmen, die halten die Unterscheidung
zwischen klitoralem und vaginalem Orgasmus für
völligen Quatsch und sagen, es gibt nur eine Art
des Orgasmus bei der Frau, und der wird halt auf verschiedene
Weisen erreicht.
Bei meiner Suche im Web bin ich allerdings
auf einen ganz interessanten Artikel der "taz"
gestoßen, aus dem Jahr 1998. Dort wird ein Mittelchen
für den vaginalen Orgasmus vorgestellt. Ich habe
davon allerdings auch noch nie was gehört, fand
die Aspekte, die die Interviewte dort aufzeigt, aber
ganz interessant. Ich werde mal weitersuchen, vielleicht
finde ich noch mehr. Es folgt der Originaltext:
" Zielgenau zum Orgasmus kommen
An der Uni-Klinik Leverkusen wird eine Substanz erprobt,
die Frauen den vaginalen Höhepunkt bescheren soll.
Sogar multipler Orgasmus möglich Das weibliche
Gegenstück zu Viagra kommt: An der Universitätsklinik
Leverkusen findet derzeit ein klinischer Versuch mit
100 Probandinnen statt. Das chemische Präparat,
das unter dem Namen "Viavagina" nächstes
Jahr auf den Markt kommen soll, erhöht die nervliche
Empfindlichkeit im Bereich der Vagina. Die taz sprach
mit der an der Entwicklung maßgeblich beteiligten
Gynäkologin Prof. Dr. Mathilde Schaufel.
taz: Was soll Viavagina den Frauen
bringen?
Mathilde Schaufel: Viavagina ist eine Revolution für
uns Frauen. Durch den Wirkstoff Silbenafüll werden
die Schwellkörper in der Vagina besser durchblutet
- ganz ähnlich wirkt Viagra beim Mann. Viavagina
verstärkt das nervliche Empfinden in der Scheide.
Ein vaginaler Orgasmus ist damit für jede Frau
möglich. Eine enorme Vereinfachung beim Sex, von
der nicht nur Frauen, sondern auch Männer träumen.
Mit der Viavagina würde die simple Penetration
ausreichen...
Genau. Der Orgasmus der Frau käme gewissermaßen
ohne die üblichen Manipulationen aus. Bekanntlich
erleben 90 Prozent der Frauen keinen Orgasmus ohne klitorale
Stimulation. Was ja mitunter etwas mühselig ist.
In vielen Stellungen schließen sich Geschlechtsverkehr
und direkte klitorale Stimulation technisch gewissermaßen
aus. Sie sagen es. Wie viele Paare mühen sich ab
in den immer gleichen Stellungen, um wenigstens ein
Minimum an klitoraler Stimulation beim eigentlichen
Geschlechtsverkehr mit einzubauen. Die Chinesen hatten
sehr kunstvolle Objekte, die direkt am Penisschaft befestigt
wurden und bei denen eine rotierende Perle die Klitoris
bei normalem Verkehr permanent reizte. Mit solchem Klimbim
wäre Schluß. Dank der neuen Pille Viavagina.
Aber sind die Frauen in der Vagina
nicht doch von Hause aus recht empfindlich? Sie sprechen
an auf den nach Ernst Gräfenberg benannten G-Punkt
in der oberen Scheidenwand, dessen Entdeckung vor einem
halben Jahrhundert für Furore sorgte. Seitdem bemühen
sich Millionen Männer, diesen Punkt in der Scheide
ihrer Partnerin zu finden. Leider oft vergeblich.
Woran liegt das?
Die Männer richten sich meist nach den Anweisungen
in Sexlehrbüchern. Dort steht dann, daß sie
mit dem gekrümmten Finger über die obere Scheidenwand
tasten sollen, bis sie eine festere, unebene Stelle
gefunden haben. Das ist dann der heilige Punkt, der
nach Berührung anschwillt. Und nun finden Sie den
mal!
Wird diese Suche mit Viavagina überflüssig?
Natürlich. Diese Substanz wirkt zielgenau auch
beim G-Punkt. Dadurch haben die Frauen die Chance, nur
beim einfachen Beischlaf multiple vaginale Orgasmen
zu erleben.
Sind schon irgendwelche Nebenwirkungen
bekannt?
Nein. Viavagina wirkt sofort nach der Einahme, wirkt
ungefähr eine Stunde und wird dann ganz sanft abgebaut.
Die Probandinnen haben keinerlei Nebenwirkungen. Auch
sehr junge Frauen können deshalb Viavagina nehmen.
Interview: Barbara Roga-
Nachtrag von Anfang 2003: Bis heute
ist Viavagina nicht auf dem Markt und es scheint auch
keine Markteinführung anzustehen. Einige der getesteten
Wirkstoffe haben wohl nicht die erhoffte Wirkung gebracht.
Aber es wird eifrig weiter geforscht, weil die Pharmaindustrie
die Sexualität der Frau wohl als "Markt"
erkannt hat.
Beste Grüße - Ihre Michelle |